Telemedizin und Digitalisierung, die Lösung gegen Ärztemangel?

Der Landärztemangel hält sich schon seit Jahren und wird nicht besser. Ist die medizinische Beratung übers Internet und digitale Geräte mit App hierfür eine Lösung? In Sachsen fehlen Ärzte und Pflegekräfte, dies soll gelindert werden durch digitale Technologien und dafür gibt es in diesem und im nächsten Jahr jeweils 10 Millionen Landesmittel zur Förderung der Projekte zur Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie 28 Millionen aus der EU bis zum Jahr 2020.

Die Handelshochschule Leipzig hat daraufhin eine Klasse aus Unternehmensgründern auf Gesundheitsthemen ausgerichtet. Es soll eine App für Arztbesuche im Ausland auf den Markt gebracht werden. Eine Internetseite, die individuelle Patientenverfügungen erstellt gibt es bereits. Klassenteilnehmer und Geschäftsführer der Firma DeGIV, Dieter Rittinger plant die Ausstattung von Apotheken mit einem Computer-Terminal für Kunden. "Es stehen schon rund 50 Terminals. Sie können sämtliche Dokumente an die Krankenkasse übertragen und Daten der elektronischen Gesundheitskarte auslesen. Sie können zum Beispiel einen Alzheimer-Schnelltest machen, um zu sehen, ob es möglicherweise Auffälligkeiten gibt." laut Rittinger. Über eine Kamera könne man Verletzungen und Wunden einem Arzt auch zeigen. Ob diese Möglichkeit der medizinischen Beratung von den älteren Patienten angenommen wird, bleibt abzuwarten.

Vorsicht beim Umgang mit Gesundheits-Apps

Allerdings werden Verbraucher von der Bundesärztekammer zu einem achtsamen Umgang mit Gesundheits-Apps angehalten. Im Rahmen des 120. Deutschen Ärztetages letzten Mittwoch in Freiburg teilte die Kammer mit, es sei nur ein geringer Teil der digitalen Helfer auf dem Markt als seriös einzustufen. Auf Grund des "Wildwuchses von Angeboten" hätten Verbraucher kaum eine Möglichkeit, die Apps zu hinterfragen und zu prüfen. Der Präsident der Ärztekammer, Frank Ulrich Montgomery warnte vor blindem Vertrauen, so sollten Kranke vorzugsweise einen Arzt konsultieren und nicht allein einer App glauben. Hauptthema des Deutschen Ärztetages in Freiburg war die Digitalisierung im Gesundheitswesen, d.h. die Verfahren der sogenannten Telemedizin wie Fernbehandlung und Online- oder Telefon-Diagnosen. Auch wenn die Ärzteschaft dafür mehrheitlich offen ist, braucht der technische Wandel klare Spielregeln. Hier ist der Gesetzgeber gefordert, denn Wichtig sei vor allem, dass der Datenschutz garantiert werde. Montgomery stellt die Forderung nach Qualitätssiegeln für Gesundheits-Apps. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe von der CDU stützte schon in der Vergangenheit den Wunsch nach Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei Gesundheits-Apps. (Quelle: MDR AKTUELL Radio, 15.05.2017, 06:53 / dpa, 24.05.2017, 14:44)

Hier finden Sie eine Auswahl an digitalen Geräten mit Handy-App bei PraxiMed: