Geburt

Deutschland liegt über dem Durchschnitt im weltweit deutlich gestiegenen Anteil an Kaiserschnitt-Geburten. In den vergangenen 15 Jahren hat sie die Zahl fast verdoppelt und es gibt gravierende Unterschiede unter den Ländern. In einkommensschwachen Ländern und Regionen erhalten oftmals die Frauen diese lebensrettende Maßnahme nicht, hingegen in Ländern mit mittleren und höheren Einkommen wird diese Methode viel zu oft angewandt. Auch in Deutschland lag die Zahl der Kaiserschnitte nach einem stetigen Anstieg bereits bei über 30 % im Jahre 2015. Bei etwa 10 bis 15 Prozent ist ein Kaiserschnitt medizinisch notwendig, um Leben zu retten. Jedoch wird auch diese Zahl kritisiert, so der Direktor der Klinik für Geburtsmedizin an der Charité Berlin. In einzelnen Ländern sei die Ausgangssituation sehr unterschiedlich und nicht vergleichbar. In deutlich mehr Fällen gäbe es in Deutschland und anderen westlichen Ländern begründete Situationen für einen Kaiserschnitt. Er nennt u. a. das steigende Alter von Frauen bei der Geburt, das häufigere Auftreten von Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck als medizinische Gründe. Dazu kommt, dass Ärzte unter Druck stehen und vor einem rechtlichen Problem. Denn kommt es zu Komplikationen während der Geburt und ein Arzt entscheidet sich zu spät zu einem Kaiserschnitt, ziehen oftmals Eltern vor Gericht. Laut einer „Lancet“-Studie entwickelt sich die Kaiserschnittrate je nach Region sehr unterschiedlich. Während etwa im südlichen Afrika weniger als fünf Prozent der Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt kämen, liege die Rate in manchen Teilen Lateinamerikas bei fast 60 Prozent. In Ländern, in denen die Operation sehr selten durchgeführt werde wie etwa dem Süd-Sudan (0,6 Prozent) sei davon auszugehen, dass einige Frauen im Kindbett sterben, weil ihnen der Eingriff nicht zur Verfügung steht. Der Kaiserschnitt kann die Überlebenschancen für Mutter und Kind erhöhen bei Komplikationen. Jedoch ist der Eingriff auch mit Risiken verbunden. Die Medizinerin Ana Pilar Betrán (WHO) bemängelt: "Obwohl so gut wie überall Einigkeit darüber besteht, dass der Einsatz von Kaiserschnitten in vielen Ländern über das vertretbare Maß hinaus gestiegen ist, gibt es bislang kaum fassbare Maßnahmen dagegen". Es ist wichtig, für eine vaginale Geburt zu beraten, jedoch ebenso wichtig ist es, einen Wunsch der werdenden Mutter nach einem Kaiserschnitt zu respektieren. Häufig werde in Diskussionen übersehen, dass auch eine vaginale Geburt – so wünschenswert sie auch ist – Risiken mit sich bringen kann. "Die einseitige Aufklärung über die Risiken eines Kaiserschnitts und die möglichen Folgeschäden ist gegenüber einer mündigen Frau ungerecht.", so die Meinung des deutschen Experten Henrich.

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(Quelle:http://www.xing-news.com/reader/news/articles/1728668?cce=em5e0cbb4d.%3AaKe4C7XciccIwfPEgSsXAu&link_position=digest&toolbar=true&top_articles_id=203928&xng_share_origin=email)