PraxiMed Milieutherapie und LichtkonzepteLicht und Farbe in der Demenz- und Delirstation

Die Anzahl der älteren Menschen steigt weiterhin an in Deutschland, ebenso die Zahl der demenziell erkrankten Menschen. Schon das Meistern des Alltages in der Betreuung eines Dementen ist nicht einfach, da besonders bei dementen Menschen die Umweltkompetenz laufend abnimmt. Eine akute Erkrankung, die einen stationären Aufenthalt nötig werden lässt, stellt eine große Herausforderung dar. Die Klinik für Geriatrie des St. Marien-Hospitals in Köln arbeitet auf ihrer Demenz- und Delirstation mit milieutherapeutischem Konzept. Patienten mit Demenz ziehen aus der ruhigen Umgebung mit klaren Strukturen einen beachtlichen Nutzen. Es geht darum Wohlbefinden, Sicherheitsgefühl und die Orientierung demenzerkrankter Menschen innerhalb der ganzheitlichen Behandlung, welche die Farbpsychologie und lichtherapeutische Ansätze mit einschließen, zu unterstützen.

"Die Lichthelligkeit und farbliche Zusammensetzung des Lichts auf der Station ist an das Tageslicht angepasst. Dadurch wird ein entsprechender Tag-Nacht Rhythmus unterstützt. Auch auf eine weitere Besonderheit wurde mit dem Lichtkonzept Rücksicht genommen. Menschen mit Demenz benötigen eine zehnfach höhere Lichtintensität als ein gesunder Mensch. Durch das sehr helle Licht wird die Orientierung der Patienten weiter unterstützt. Außerdem sind alle Lampen so angebracht, dass es keine Schatten gibt, vor denen die Patienten zurück schrecken könnten. In den Patientenzimmern reagieren Lichtsensoren im Boden auf nächtliches Aufstehen der Patienten, um Stürze zu verhindern."*

Die Station hat sich zum Ziel gesetzt, dass sich die Patienten wohlfühlen und ihr Tagesablauf Struktur findet. Mit diesem speziellen Konzept der Milieutherapie ersetzt die Station die insuffizienten medikamentösen Möglichkeiten bei Demenz.

Milieutherapie und Pflegeeinrichtungen

Die ursprünglich für psychiatrische Einrichtungen entwickelte Milieutherapie, kommt inzwischen auch in vielen Pflegeheimen zum Einsatz um die Umwelt so zu gestalten, dass der Bewohner weder unter- noch überfordert wird und sich insbesondere nicht bedroht fühlt, da sich das Milieu auf die Entstehung, den Verlauf und die Heilung von Krankheiten auswirken kann. Eine gute Beleuchtung mit mindestens 500 Lux, direkt und schattenfrei, wird im Pflegestandard "Milieutherapie" genannt, vielleicht hält das erwähnte erweiterte therapeutische Lichtkonzept auch bald hier Einzug.
(* Zitat: http://www.st-marien-hospital.de/medizin/kliniken/geriatrie/demenz-und-delirstation/ )