Hightech für ein selbstbestimmtes Leben

BabyIn Dänemark können kranke Menschen Unterstützung durch modernstes Medizingerät erhalten. So ist es möglich auch mit schwerer Behinderung sein Leben relativ normal weiterzuführen. In Odense, der süddänischen Geburtsstadt von Hans Christian Andersen, setzt man auf die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Odense ist ein Zentrum der Roboterforschung in Skandinavien und soll nach Bürgermeister Anker Boye E-Health-Welthauptstadt werden.

Dazu braucht es finanzierbare Lösungen um die steigende Zahl motorisch eingeschränkter Menschen zu Versorgen und um ihnen ein lebenswertes, selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Beispiel dafür ist Sine Højgaard Jørgensen, die trotz ALS ihren Hof leiten kann, dank der Wohlfahrtstechnologie. Die ALS-Patientin ist aller drei Monate mit ihrer Familie eingeladen sich im sogenannten Living Lab im Zentrum der Stadt neueste technologische und digitale Hilfsmittel anzuschauen. Zusammengetragen werden diese von Morten Hoff, dem Chef des städtischen Zentrums für Wohlfahrtstechnologie und Digitalisierung.

Zu Hause testbar

Ausprobieren und ausgiebig testen kann jeder zu Hause, ganze 3 Monate lang. So konnte die Frau Jørgensen einen Laptop testen, der sich mithilfe der Bewegung ihrer Augen steuern lässt anstatt per Tastatur. Momentan kann sie noch tippen, aber sie versucht jetzt schon mit den Augen schreiben zu lernen für später, wenn die Muskelkraft weiter nachgelassen hat. Schon vor einem guten Jahr konnte sie mangels Muskelkraft weder selbst essen noch die Zähne putzen. Doch durch Hoffs Team ist es ihr heute wieder möglich ohne fremde menschliche Hilfe.

Dies macht ein Gerät auf höchstem Forschungsniveau möglich, ein Armheber, befestigt an der Rückseite ihres Rollstuhls. Solange noch ein klein wenig Muskelspannung aufgewendet werden kann, verstärkt der Apparat die Kraft und die Patientin kann alle Bewegungen wieder alleine ausführen. Allerdings lag diese Hightechmaschine nicht in den Regalen des Living Lab. Das Wohlfahrtstechnikteam hat extra eine Firma ausfindig gemacht, welche die Maschine baut und auf die Bedürfnisse der Patientin einstellt.

Odense geht als gutes Vorbild auf dem medizinischen Mobilitätsbereich vorraus.

(Quelle: http://www.wiwo.de/technologie/forschung/gesundheit-hightech-vom-staedtischen-wohlfahrtsamt/14949500.html, abgerufen am 20.02.2017; http://www.odense.dk/presse/pressemeddelelser;
Bild: 27707/pixabay)

 

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